



Science
Publikationen
Hände
Kampf G; Löffler H; Gastmeier P.
Händehygiene zur Prävention nosokomialer Infektionen
Dtsch Arztebl Int 2009; 106(49):649-55
Unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Fachliteratur sowie nationaler und internationaler Empfehlungen legen die Autoren in ihrer Übersichtsarbeit dar, das mittels einer verstärkten Compliance sowie dem gezielten Gebrauch von Hände-Desinfektionsmittel, die derzeitige Rate von Nosokomialinfektionen um 40 Prozent gesenkt werden kann. Aus der Datenlage resultierende Empfehlungen zum gezielten Gebrauch von Hände-Desinfektionsmittel, dem Tragen von Schutzhandschuhen sowie konkreten Vorschlägen zur Verbesserung der Compliance verdeutlichen, wie sich infolge einer evidenzbasierten Händehygiene die Übertragung von im Krankenhaus erworbener Erregern vermeiden lässt. Mit effektiven Maßnahmen zum Hautschutz und zur Hautpflege zeigen die Autoren darüber hinaus Wege zum Erhalt der Hautgesundheit des medizinischen Mitarbeiters auf.
Ein Sonderdruck der Publikation kann angefordert werden bei:
Anja Deecke
Kampf G, Reichel M, Feil Y, Eggerstedt S, Kaulfers PM.
Influence of the rub-in-technique on required time and hand
coverage in hygienic hand disinfection.
BMC Infect Dis. 2008, Oct 29;8:149
Inhalt
Verschiedene Daten zeigen, dass am Markt befindliche Hände-Desinfektionsmittel im Referenzverfahren gemäß EN 1500 eine in vitro-Bakterizidie innerhalb 15 Sekunden schaffen können. Beim Referenzverfahren gemäß EN 1500 werden ausschließlich die Fingerkuppen beprobt. Die Studie prüft, inwieweit diese Daten auch klinisch relevant sind. Dazu wurde bei 15 Probanden und 20 Mitarbeitern aus
der klinischen Praxis, die Benetzung der Hände mit einem Hände-Desinfektionsmittel nach Anwendung verschiedener Einreibeverfahren und -zeiten untersucht. Fazit: Eine qualitativ hochwertige Händedesinfektion kann nicht innerhalb von 15
Sekunden erreicht werden. Für die klinische Praxis wird weiterhin eine Einreibedauer von 30 Sek. empfohlen. Im Hinblick auf die Einreibetechnik schnitt eine eigenverantwortliche Applikationstechnik am Besten ab. Die bisher empfohlenen sechs Schritte gemäß EN 1500 zeigten dagegen die schlechtesten Benetzungsergebnisse.
Ein Poster mit der eigenverantwortlichen Einreibemethode
finden Sie hier
Eine deutschsprachige Übersetzung der Publikation ist erschienen in:
Hyg Med 2009; 34 [1/2]: 24–31
Ein Sonderdruck der Publikation kann angefordert werden bei:
Anja Deecke
Chirurgische Händedesinfektion
Suchomel M.; Gnant G.; Weinlich M.; Rotter M.
Surgical hand disinfection using alcohol: the effects of alcohol type, mode and duration of application.
J Hosp Infect (2008), doi: 10.1016/j.jhin.2008.11.006.
Ziel der Studie war es, den Einfluss von Alkoholtyp, Einreibemethode und Einwirkzeit auf die Wirksamkeit der chirurgischen Händedesinfektion gemäß EN 12791 zu untersuchen. Fazit: Die Untersuchung bestätigt Ergebnisse früherer Studien, wonach Sterillium® mit der verkürzten Anwendungsdauer von 1,5 Minuten wirksam gemäß EN 12791 ist. Mehr noch: die Wirksamkeit von Sterillium® ist selbst dann gegeben, wenn innerhalb der 1,5 Minuten Einwirkzeit nicht allein die Hände, sondern zusätzlich Unterarme und Ellenbogen mit dem Hände-Desinfektionsmittel benetzt werden.
Kampf G, Ostermeyer C, Heeg P, Paulson D.
Evaluation of two methods of determining the efficacies of two alcohol-based
hand rubs for surgical hand antisepsis.
Appl. Environ. Microbiol. 2006; 72: 3856-3861.
Inhalt
Erstmals wurde vergleichend untersucht, ob die Wirksamkeit zur chirurgischen
Händedesinfektion bei verkürzten Zeiten noch ausreichend ist,
wenn zusätzlich zu den Händen die unteren 2/3 der Unterarme
in die Behandlung eingeschlossen werden. Sowohl für Sterillium (Anwendungsdauer:
1,5 Minuten) als auch Sterillium Rub (Anwendungsdauer: 2 Minuten) war
ein ausreichende Wirkung vorhanden.
Vollversion online erhältlich.
Inhalt
Die Wirksamkeit von Sterillium zur chirurgischen Händedesinfektion
wurde bei verschiedenen Anwendungszeiten (3, 2, 1,5 und 1 Minute) nach
EN 12791 im Vergleich zum 3-minütigen Referenzverfahren untersucht.
Dabei war Sterillium in der Sofort- und Langzeitwirkung nach 1,5 Minuten
noch immer wirksamer als das 3-minütige Referenzverfahren.
Eine deutschsprachige Übersetzung der Publikation ist erschienen
in:
Krh.-Hyg. + Inf.verh. 2005; 27: 51-56.
Ein Sonderdruck der Publikation kann angefordert werden bei:
Anja Deecke
Kampf G, Voss A, Widmer AF.
Die
chirurgische Händedesinfektion zwischen Tradition und Fortschritt
Hyg Med 2006; 31 [7+8]: 316–321
Inhalt
Die Arbeit gibt eine Übersicht über die Veränderungen
in der praktischen Durchführung der chirurgischen Händedesinfektion,
die sich im Lauf von Jahrzehnten auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse
immer wieder ergeben haben. Wichtige Neuerungen wie die Verkürzung
der Waschphase und die der Desinfektionsphase je nach Präparat auf
nunmehr bis zu 1,5 Minuten werden aufgezeigt. Im Hinblick auf die Wirksamkeit
von Präparaten zur chirurgischen Händedesinfektion untersuchen
die Autoren die klinische Relevanz der EN 12791 sowie des Fingerkuppentests
nach amerikanischem Vorbild. Weiterhin wird die Compliance, auch unter
dem Aspekt einer verkürzten Anwendungsdauer der chirurgischen Händedesinfektion
bewertet.
Ein Sonderdruck der Publikation kann angefordert werden bei:
Anja Deecke
Kampf G, Ostermeyer C.
Efficacy of two distinct ethanol-based hand rubs for surgical hand disinfection
- a controlled trial according to prEN 12791.
BMC Infectious Diseases 2005, 5:17 doi:10.1186/1471-2334-5-17
Inhalt
Ziel der Studie war es, die Wirksamkeit von zwei verschiedenen chirurgischen
Hände-Desinfektionsmitteln auf Ethanol-Basis in einem kontrollierten
Cross-Over-Test gemäß prEN 12791 zu ermitteln. Die bakteriellen
Werte vor dem Test lagen zwischen 4,38 ± 0,66 und 4,46 ± 0,71.
Sterillium® Rub erreichte die geforderte sofortige (durchschnittliche
log10-Reduktion von 2,59 ± 1,19) und anhaltende Wirkung (1,73 ± 1,08)
im Vergleich zum Referenzverfahren (Sofortwirkung: 2,58 ± 1,16;
Langzeitwirkung: 1,67 ± 0,96). Verglichen mit der Referenz-Desinfektion
(Sofortwirkung: 2,98 ± 0,90; Langzeitwirkung: 2,56 ± 1,17;
p < 0,01; Wilcoxon-Test) erreichte Avagard die geforderte sofortige
(1,82 ± 1,40) und anhaltende Wirkung (1,41 ± 1,08) jedoch
nicht.
Vollversion online erhältlich
Kampf G, Ostermeyer C.
Influence of Applied Volume on Efficacy of 3-Minute Surgical Reference Disinfection
Method prEN 12791.
Applied and Environmental Microbiology,
2004 Dec; 70 (12): 7066-7069.
Inhalt
Die Europäische Prüfnorm für die chirurgische Händedesinfektion
prEN 12791 schreibt - ohne Volumenangabe - vor, dass die Hände während
der 3-minütigen Einwirkzeit mit dem Referenzalkohol feucht gehalten
werden müssen. Die Studie untersuchte in 10 Experimenten mit 200 Referenzdesinfektionen,
ob die Menge des verwendeten Referenzalkohols n-Propanol (60%, vol/vol)
den Effekt des Präparates auf die residente Hautflora beeinflusst.
Ergebnis: Wenn die Hände während der gesamten Einwirkzeit von
3 Minuten ständig feucht bleiben, kann die Präparatmenge variieren,
ohne dass die Effektivität auf die residente Hautflora beeinflusst
wird.
Vollversion erhältlich
Kampf G.
The six golden rules to improve compliance in hand hygiene.
J Hosp Infect. 2004; 56 Suppl 2: 3–5.
Inhalt der Studie
Die Erhöhung der Compliance bei der Händehygiene ist der vermutlich
effektivste Schritt, nosokomiale Infektionen zu verhindern. In der Studie
werden die 6 wichtigsten Maßnahmen zur Förderung der Compliance
benannt und bewertet.
Kampf G (Hrsg.).
Händehygiene im Gesundheitswesen
Springer Verlag Berlin Heidelberg New
York, ISBN 3-540-44200-6;
€ 59,95
Inhalt des Buches
Mit diesem als Standardwerk konzipierten Fachbuch, leisten Herausgeber Dr.
Günter Kampf und ein internationales Autorenteam einen Beitrag zur Erhöhung
der Compliance in der Händehygiene. Wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig
praxisorientiert werden aktuelle Aspekte der Händehygiene thematisiert
wie z. B. epidemiologische Bedeutung der Hände, Toxikologie und Verträglichkeit
von Wirkstoffen, Compliance, internationale Normen und Empfehlungen, finanzieller
Nutzen.
Kampf G, Kramer A.
Epidemiologic Background of Hand Hygiene and Evaluation of the Most Important
Agents for Scrubs and Rubs.
Clinical Microbiology Reviews, 2004
Oct; 17 (4): 863-893.
Inhalt
Umfangreiche Übersichtsarbeit auf Basis der aktuellen, vom Center
for Disease Control and Prevention (CDC) herausgegebenen Guideline zur
Händehygiene. Untersucht werden die epidemiologische Bedeutung der
mikrobiellen und viralen Besiedelung der Hände, die Wirkstoffe zur
Reduzierung pathogener Erreger und der Einfluss entsprechender Produkte
für die Bekämpfung nosokomialer Infektionen und die Compliance
bei Händehygiene-Maßnahmen.
Vollversion online erhältlich
Kampf G, Steinmann J, Rabenau H.
Suitability of vaccinia virus and bovine viral diarrhea (BVDV) for determining
activities of three commonly-used alcohol based hand rubs against enveloped
viruses.
BMC Infectious Diseases 2007, 7:5 doi:10.11.86/1471-2334-7-5
Inhalt
Der Beitrag beurteilt drei alkoholische Händedesinfektionsmittel mit
einem Alkoholgehalt von mindestens 75% hinsichtlich der Wirksamkeit gegen
klinisch relevante behüllte Viren gemäß prEN 14476. Als
Testviren wurden Vacciniavirus, BVDV (Surrogat für HCV), Herpes simplex
Virus Typ 1 und 2, sowie aviäres und humanes Influenza A Virus herangezogen.
Ergebnis: Im quantitativen Suspensionstest waren alle Händedesinfektionsmittel
nach 15 Sekunden Einwirkzeit und unter allen Belastungen wirksam. Damit
wurde erstmals ein experimenteller Nachweis der „begrenzten Viruzidie“ erbracht.
Rabenau HF, Kampf G, Cinatl J, Doerr HW.
Efficacy of various disinfectants
against SARS coronavirus.
J Hosp Infect. 2005 Oct; 61 (2): 107-111.
Inhalt
Der Erreger von SARS war ein bis zum Ausbruch der Epidemie unbekanntes
Coronavirus, das man mittlerweile als SARS-assoziiertes Coronavirus (SARS-CoV)
bezeichnet. Zur direkten Wirksamkeit von Desinfektionsmitteln gegenüber
dem SARS-CoV lagen bislang nur in begrenztem Umfang Daten vor. In der
Studie wurden acht Desinfektionsmittel, die den Empfehlungen von RKI
und DVV zum Einsatz gegen SARS-CoV entsprachen, gemäß prEN
14 476 auf ihre Wirksamkeit geprüft. Für alle geprüften
Desinfektionsmittel wurde bei gängiger Konzentration und Einwirkzeit
eine reproduzierbare Wirkung gegenüber SARS-CoV, auch bei zusätzlicher
organischer Belastung, nachgewiesen.